Freitag, 7. Dezember 2007

Malaysia: Melaka Tag 1

Heute ging unsere Zeit in Singapur vorerst zu Ende, denn wir wollen weiter nach Malaysia. Unser erstes Ziel ist Melaka, eine wunderschöne Stadt, wie sich herausstellte, etwa drei Stunden Busweg entfernt. Also sind wir um sieben Uhr aufgestanden um unseren ganzen Krempel in den Rucksäcken zu verstauen und uns auf den Weg nach Melaka zu machen. Als erstes sind wir mit der MRT zum einen Ende Singapurs gefahren um dort inen einen gelben Bus zu steigen der uns über die Grenze bringt. Um uns noch etwas zu stärken haben wir uns bei einem Bäcker an der Station engedeckt, doch das hätten wir lieber mal gelassen… Ich kaufte mir eine Nussschnecke, die sich nachher als Fischgebäck entpuppte und mir schon am hellen morgen das Kotzen kam. Ich habe dann meinen ersten Bissen direkt wieder ausgespuckt. Sehr lecker.

Da kam auch schon der gelbe Bus, der uns über die Grenze bringen soll. Die ganze Prozedur dauerte eine Ewigkeit und raubte uns fast den letzten Nerv: Bus rein, an der Singapur Immigration raus, ausstempeln lassen, in den Bus rein, über die Brücke fahren, wiederum alle Mann raus, an der Malaysischen Immigration einchecken und wie hätte es anders sein können, wieder Abmarsch in den gelben Bus. Und man bemerke, dies alles mit Sack und Pack! Am nächsten Busbahnhof sind wir dann raus, um weiter Richtung Ziel zu fahren. Die Türen waren kaum auf, schallte es aus allen Richtungen: „KL,KL“, „KL,KL“, was soviel bedeutet wie Kuala Lumpur. Aber da wollen wir ja gar nicht hin. Und außerdem musste ich vorher noch auf die Pipibox und mir etwas zu trinken holen. Aber auch auf unser Ticket mussten wir nicht lange warten. Wir hatten also noch eine halbe Stunde Zeit um alles zu erledigen.
Ich musste das erste Mal ein indisches Stehklo mit Abspritzschlauch benutzen. Der ganze Boden war nass und eines war sicher den Schlauch benutz ich nicht! Ach wie froh ist man da doch über ein gutes, altes Tempotaschenruch.

Also stiegen wir in den uns vorgegebenen Bus aus dem indische Musik schallte und alle Arten, die es an verschiedenen Menschen gibt, eingestiegen sind. Wir saßen Mitten unter Indern, Chinesen, Malyen in einem sehr klapprigen, dröhnenden, jedoch mit Aircon ausgestatteten Bus und ab ging die Expressfahrt über die Autobahn. Was ich so aus dem Fenster sehe konnte waren Palmenwälder, sowie an jeder Ecke Nationalflaggen. Denn in Malaysia findet in einer Woche der 50. Nationalfeiertag statt. Die Fahrt ging relativ schnell, da wir fast die ganze zeit über geschlafen und sogar die Pause verpasst hatten. Kaum aus dem Bus raus kam ein Mann an der uns eine Unterkunft anbot: 50RM für ein Doppelzimmer mit Bad, WC und Klimaanlage. Das sind umgerechnet 10€ für uns beide zusammen. Also schnappten wir uns ein Taxi und machten uns auf den Weg nach Chinatown und checkten in die Lodge ein. Da wir bist jetzt kaum etwas gegessen hatten und uns der Magen an den Knien hing, bestellten wir eine Straße weiter einheimisches Essen und Tee. Das alles zusammen für 8 Ringit, sprich nicht mal zwei Euro. Es war sehr lecker und die Menschen sehr freundlich. Zwar würde ich in so einen Laden in Deutschland nie gehen, abgesehen davon, dass dies nicht einmal erlaubt wäre, aber hier ist es normal und man muss sich daran gewöhnen, wenn man nicht verhungern möchte. Aber man kann sich schließlich an fast alles gewöhnen, wenn man sich nur darauf einlässt.

Um wieder frische Kleidung zu haben, gaben wir unsere verschwitzten Sachen in die Reinigung. Auch sehr günstig und sehr ordentlich.
Wir bummelten durch die Straßen und genossen die friedliche Atmosphäre dieser Stadt. Überall kleine Häuschen und Geschäfte, verschiedene Gerüche begleiteten uns durch die Gassen. Mittendrin dann wieder ein Tempel oder ein Gebetsschrein der mit Räucherstäbchen bestückt war. Das ist also Malaysia. Es ist weder mit Deutschland, noch mit Singapur zu vergleichen, ich glaube das ist Asien pur.

 

Wir besuchten ein Teehaus und erfuhren viel über die Geschichte des Tees und durften an einer traditionellen Teezeremonie teilnehmen. Es war sehr interessant und ich habe sogar mitgetrunken, obwohl ich nicht auf dieses heiße Wasser stehe.
Die Zeit verging hier wie im Flug, so dass der Nachtmarkt schon in vollem Gange war. An den ganzen Straßen stehen Verkaufsstände mit Schmuck und anderem Schnickschnack. Auch Essen konnte man sich an jeder Ecke holen, das direkt am Straßenrand zubereitet wird. Aus allen Richtungen tönen Musik und Karaokegesänge in den höchsten Tönen. Einfach nur interessant, zum Staunen und Genießen.

 

Nicht weit davon befindet sich das holländische Viertel, ganz in rot, mit Windmühlen und völlig gegensätzlich zur restlichen Stadt. Man kann also noch eindeutig sehen, dass Melaka Holländische Kolonie war.
Eigentlich schon platt und müde sind wir doch noch in eine Bar mit Livemusik, sprich Alleinunterhalter, auf ein Tiger gegangen, um dann geschafft und mit neuen Eindrücken überhäuft ins Bett zu fallen.

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