Freitag, 14. Dezember 2007

Kuala Lumpur Tag 2

Heute sind wir um halb zehn aufgestanden, haben uns fertig gemacht und frühstückten beim Inder um die Ecke. Das Frühstück war immer eines der schönsten Sachen, da wir in kleinen indischen Restaurants mit einem Haufen Einheimischer gegessen haben und es zu einem Ritual wurde Pratta und Kakao zu frühstücken. Die Menschen dort sind so offen und freundlich und man fühlt sich willkommen. Ganz stolz sind sie natürlich, wenn du dich in ihren Lebensweisen versuchst und mit den Händen oder Stäbchen isst. Wenn du ihren besonderen Tee oder Kaffee trinkst oder sie dir etwas Spezielles aus ihrer Speisekarte empfehlen dürfen und es dir schmeckt. Es geht ihnen nicht um Geld, sondern darum ihre Kultur zu vermitteln.


Mit dem Taxi ging es dann weiter in den Lake Garden, denn wir wollten Ruderboot fahren und uns einfach auf dem Wasser treiben lassen. Leider hatte die Vermietung gerade für die nächsten zwei Stunden geschlossen. Wir bummelten dann durch den Park, an den kleinen Seen vorbei. Es war sehr heiß. Wie jeden Tag. Man schwitzt so vor sich hin und es ist schon eine leichte Anstrengung durch die Grünanlage zu spazieren. Am Bahnhof angelangt kauften wir uns schöne Postkarten für die Daheimgebliebenen und fuhren dann mit der Monorail, einer Schwebebahn zum Berjaya Times Squere, einem Shoppingcenter. Gigantisch riesig. Das größte Einkaufzentrum das ich je gesehen habe. Geschäft an Geschäft, eine Etage nur mit Essensangeboten und im oberen Teil befand sich eine Achterbahn. Ja eine Achterbahn im Shoppingcenter. Mit offenem Mund standen wir da und staunten. Das passt alles irgendwie gar nicht zusammen, wenn man die Straßenmärkte und kleinen Restaurants mit dem Luxus hier vergleicht. Man könnte sogar vom Boden essen, denn es spiegelte und glänzte, wo man auch hinsah. Nach einem kleinen Snack, Toast mit Kaya, das ist eine Art Marmelade, beschlossen wir ins Kino im 8. Stock zu gehen. Bei uns gibt es Kinokomplexe, die uns schon groß vorkommen, aber hier befindet sich so etwas im selben Gebäude, wie der Vergnügungspark und der Rest. Wir dachten es ist ein gutes Englischtraining und sahen uns Evan almighty mit malaysischen und chinesischen Untertiteln an. Mir war so kalt geworden im Kino, dass ich mich erst einmal wieder draußen aufwärmen musste. Die Klimaanlage ist hier auf den Gefrierpunkt gestellt habe ich das Gefühl. Mit Gänsehaut und Frostbeulen stellten wir uns dann vor das Gebäude. Aber nicht direkt vor die Türe, denn da ist es ebenfalls sehr frisch, wenn sie sich öffnet und ein Schwall Eisluft herausschwappt.



Auf dem Weg zum Abendessen haben wir ein Massagestudio entdeckt und ich habe mir dann eine Fußreflexzonenmassage gegönnt. In einem wohlduftenden und dekorierten Raum im ersten Stock habe ich zuerst ein Fußbad erhalten und wurde dann von einer netten jungen Asiatin geknetet und geklatscht. Es war sehr entspannend und es tat richtig gut, nachdem wir tagtäglich fast rund um die Uhr auf den Beinen sind. Sie stellte dann auch an meinen Füßen fest, dass ich Probleme mit dem Rücken habe. Da wurde es mir dann doch mulmig, was die alles an meinen Füßen erkennt. Auf einer Karte, die beschreibt welcher Punkt für was im Körper zuständig ist, konnte ich dann sehen, dass es für jedes Organ und jede Körperstelle einen Reflexzonenpunkt gibt. Sehr interessant.

Entspannt haben wir dann In Bukit Bintang sehr lecker zu Abend gegessen. Es gab für mich Nanset Vegi, indische Brote mit verschiedenen Gemüsedips, für Carsten Mee Mamuk und dazu frischgepressten Orangensaft und Teh Tarik. Wir bummelten durch die Straßen und Markstände und probierten exotische Früchte. Wir tranken nochmals neue Saftmischungen, wie Karotte-Orange, als es dann wie aus Kübeln angefangen hat zu schütten. Hier kommt der Regen im Sturzflug, als ob man plötzlich eimerweise Wasser auskippt und das ohne Vorwarnung. Es war schön unter einem Vordach zu stehen und es einfach regnen zu lassen. Plötzlich ist die Stadt wie lahm gelegt. Die Menschen begeben sich in Cafes, warten geduldig am Straßenrand oder versuchen schnell noch ein freies Taxi zu ergattern. Nachdem wir eine halbe Stunde gewartet hatten und es immer noch nicht aufgehört hat zu schütten versuchten wir das mit dem Taxi. Aber alle vorbeifahrenden gelben Wagen waren schon „hired“, also besetzt. Nach längerem Warten ergatterten wir uns eines und ließen uns zur Unterkunft bringen.
Wir beschrifteten unsere Postkarte, schrieben Emails an zu Hause und ließen den Abend gemütlich in der Unterkunft ausklingen.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Kuala Lumpur Tag 1

Mit einer gehörigen Portion Verspätung kam unser bestelltes Taxi zur Unterkunft, um uns zum Busbahnhof Melaka Sentral zu bringen. Auf gepackten Sachen saßen wir im „Aufenthaltsraum“ und unterhielten uns noch mit dem Besitzer der Lodge. Mit guter, alter deutscher Pünktlichkeit ist hier in Asien nicht zu rechnen, was wir von Zeit zu Zeit auch immer entspannter nahmen. Am Bahnhof angelangt holten wir uns zwei Tickets und frühstückten noch am Kiosk. Die Fahrt dauerte zwei Stunden mit Zwischenstop bei der Polizeikontrolle. Wir durften aber alle sitzen bleiben, nur die Fahrpreise haben sie von jedem einzelnen erfragt, um Wucherpreise zu verhindern. Aber der Witz bei der ganzen Sache ist, dass man am Schalter ein Ticket bekommt, sagen wir mal für 15 Ringit und im Bus wird das Ticket dann gegen ein 10 RM-Ticket eingetauscht, falls die Polizei kontrolliert.

So nun befinden wir uns also in der Hauptstadt und das war einem sofort klar. Ein riesiger Busbahnhof und Menschen so weit das Auge reicht. Unsere gebuchte Unterkunft war zu nahe dran, um mit dem Taxi fahren können, aber auch zu weit weg um das ganze schwere Gepäck dorthin zu tragen. Aber wir sind ja jung und sportlich… Carsten hat dann meinen Rucksack auch noch aufgeladen und ich war zuständig für das Handgepäck. Wir stürzten uns in Getümmel, es war heiß und wir durchgeschwitzt bis auf die Unterwäsche. Irgendwo hier muss es doch sein. Als wir dann zweimal voll bepackt an der Unterkunft vorbeigelaufen sind haben wir es endlich gefunden, das Zimmer bezogen und eine kalte Dusche genossen.
Es war ein kleines Zimmer mit roten Wänden, einem kleinen Tisch und es gab ein kleines Bad mit Waschbecken, WC und darüber eine Dusche. Für unsere Zwecke völlig ausreichend. Sehr nettes Personal, Internetzugang und eine eigene Dachterrasse, was will man mehr.

Reisen macht immer so hungrig und deshalb beschlossen wir im Sentralmarket etwas dagegen zu tun. Für mich war es nicht ganz der Brüller, denn ich hatte Fleisch in meinem Gericht entdeckt und habe dann auf leckere Donuts umgeschwenkt. Aber interessant war es dort allemal, denn es ist eine offene Halle mit 30 verschiedenen kleinen Essensbuden, die alles was man sich vorstellen kann verkaufen. Man geht also erst Essen bummeln und lässt es sich dann an den Tisch bringen. Ein extra Stand für Getränke und natürlich alles frisch gemacht, gepresst, geschnibbelt.

Wir dachten uns, na auf die großen Türme müssen wir auf jeden Fall rauf, die Petronas Towers, einst höchste Türme der Welt. Wir sind natürlich zu Fuß unterwegs und haben uns in kleinen Gässchen, auf großen Kreuzungen und mitten in der Stadt verlaufen. Die Türme kann man schon immer sehen, aber das täuscht sage ich euch. Meine Füße taten weh, da die Schwellungen eher zunahmen, als sich zu verbessern, ich hatte durst und ich wollte doch verdammt noch mal nur die Türme hoch. Endlich angekommen machte man uns klar, dass die Tickets für heute schon alle weg sind.



Nun gut dann eben nicht. Wir sind dann mit der Bahn zurück und ich habe mich erst mal eine Stunde ausgeruht, um meine Beine zu entlasten, die ersten Großstadteindücke zu verarbeiten und einfach nur zu schlafen.
Carsten hat sich währenddessen das Grundwissen seines Reiseführers angeeignet um mich in ein vegetarisches Buddhistenrestaurant zu entführen, wenn es schon heute Mittag so schief gegangen ist. Wir liefen durch die Straße und es musste ja so sein, das Restaurant hat gerade eben geschlossen. Aber ein Happy end war in sichtweite. Ein kleines chinesisches Restaurant, wo es das Essen auf Platten gibt und sich jeder davon bedienen kann. Also haben wir uns zwei Platten mit verschiedenem Gemüse bestellt und ich habe versucht das Essen mit den Stäbchen zu lernen. Aber ich kann mit den Essstöcken der Chinesen nicht so viel anfangen. Meine bessere Hälfte kann damit besser umgehen, als mit Messer und Gabel. Aber gut brockenweise hat es dann auch bei mir funktioniert. Gleich eine Straße weiter war ein Nachtmarkt, der aber nicht zu vergleichen ist mit dem unserer vorigen Station. Sehr enge Verkaufgässchen mit gefälschten Handtaschen, Schuhen und CDs.



Direkt gegenüber von unserer Unterkunft ist die Reggae Bar. Wir setzten uns an die Theke und tranken Rum. Entspannte Musik, witzige Menschen und gechilltes Amiente. Es war noch zu früh um ins Bett zu gehen, zu spät um noch groß um die Häuser zu ziehen, da machten wir uns es auf der Dachterrasse gemütlich. Dort lernten wir Mr. Burn BoogiMan kennen, einen verrückten alten Einheimischen, den der Großstadtkoller schon erwischt hat. Witzig war es allemal. Wir aßen frische Früchte, tranken Bier und genossen den Ausblick über die Dächer von Kuala Lumpur.

Melaka Tag 2

Um kurz vor halb neun war die erste Nacht in der Kota Lodge zu ende und wir sind zum Prata essen in unsere indisches „Restaurant“ spaziert, um uns danach gestärkt auf den Weg ins große Shoppingcenter zu machen. Auf dem Hinweg schlenderten wir dann noch mal bei Tag durch das holländische Viertel und am Hafen entlang. Shoppingcenter sind wohl in ganz Asien das Highlight. Laden an Laden für alles was man sich vorstellen kann. Und meist gibt es nicht nur ein, sondern eine ganze Straße voll mit den Riesenkolossen. Bevor wir durch das größte alle Einkaufsklötze bummelten, sah ich auf dem Weg dorthin meine erste Kakerlake in Asien. Sehr nette Tierchen, die uns in meinem Bericht noch öfter begegnen werden.

Lange konnten wir uns jedoch dort nicht aufhalten, da meine Füße, übersäht von Stichen, angeschwollen und voller Quasten waren. Also machten wir uns auch schon wieder auf den Heimweg, um meine Beine einzucremen und Allergietabletten zu kaufen. Nach einer Ruhepause versuchten wir eine Unterkunft für KL zu finden, da dies unser nächstes Ziel sein wird. Tatsächlich konnten wir , zumindest lauf Reiseführer, eine saubere und sichere Bleibe in der Hauptstadt finden. Ebenso aus dem Buch übernommen, haben wir die Empfehlung Rikscha zu fahren. Wir suchten uns eine schöne Buntgeschmückte aus und ließen uns eine halbe Stunde von einem älteren Malaye durch die Stadt kutschieren. Einmal im Jahr findet hier sogar die Wahl zur bestgeschmücktesten Rikscha statt.



Ein weiteres Muss in Melaka ist ein Besuch auf dem „Berg“ / Hügel oder wie man es auch nennen mag, St. Pauls Hill. Dort habe ich ein riesen Kameleon namens Rocky auf den Schultern getragen. Das war vielleicht aufregend… Aber uns bleibt jetzt nichts anderes übrig, als die vielen Stufen in der prallen Hitze nach oben zu steigen, die auf den Gipfel führen. Ein Ausblick über die ganze Stadt war dann der Lohn für die Anstrengungen. Sehr schön. Schwups ging es auch schon wieder Richtung Abend zu und wir genossen noch einmal die Atmosphäre des Penkerswalk. Wir aßen Popiah, schauten den malaysischen Tänzen zu und ich kaufte mir die dort handgefertigten Holzschuhe mit Bemalung. Wegen meiner kaputten Beine beschlossen wir uns in ein Straßencafe zu setzten und Kaffee mit Zitrone und Fruchtsaft zu trinken und unsere nächsten Reiseziele zu besprechen.
Dann wurde gepackt und noch etwas UNO gespielt, was wir beiden doch so gerne tun. Und somit war die Zeit in dieser wundervollen Stadt auch schon zu Ende. Aber was ich sicher weiß, hier war ich nicht das letzte Mal.

Freitag, 7. Dezember 2007

Malaysia: Melaka Tag 1

Heute ging unsere Zeit in Singapur vorerst zu Ende, denn wir wollen weiter nach Malaysia. Unser erstes Ziel ist Melaka, eine wunderschöne Stadt, wie sich herausstellte, etwa drei Stunden Busweg entfernt. Also sind wir um sieben Uhr aufgestanden um unseren ganzen Krempel in den Rucksäcken zu verstauen und uns auf den Weg nach Melaka zu machen. Als erstes sind wir mit der MRT zum einen Ende Singapurs gefahren um dort inen einen gelben Bus zu steigen der uns über die Grenze bringt. Um uns noch etwas zu stärken haben wir uns bei einem Bäcker an der Station engedeckt, doch das hätten wir lieber mal gelassen… Ich kaufte mir eine Nussschnecke, die sich nachher als Fischgebäck entpuppte und mir schon am hellen morgen das Kotzen kam. Ich habe dann meinen ersten Bissen direkt wieder ausgespuckt. Sehr lecker.

Da kam auch schon der gelbe Bus, der uns über die Grenze bringen soll. Die ganze Prozedur dauerte eine Ewigkeit und raubte uns fast den letzten Nerv: Bus rein, an der Singapur Immigration raus, ausstempeln lassen, in den Bus rein, über die Brücke fahren, wiederum alle Mann raus, an der Malaysischen Immigration einchecken und wie hätte es anders sein können, wieder Abmarsch in den gelben Bus. Und man bemerke, dies alles mit Sack und Pack! Am nächsten Busbahnhof sind wir dann raus, um weiter Richtung Ziel zu fahren. Die Türen waren kaum auf, schallte es aus allen Richtungen: „KL,KL“, „KL,KL“, was soviel bedeutet wie Kuala Lumpur. Aber da wollen wir ja gar nicht hin. Und außerdem musste ich vorher noch auf die Pipibox und mir etwas zu trinken holen. Aber auch auf unser Ticket mussten wir nicht lange warten. Wir hatten also noch eine halbe Stunde Zeit um alles zu erledigen.
Ich musste das erste Mal ein indisches Stehklo mit Abspritzschlauch benutzen. Der ganze Boden war nass und eines war sicher den Schlauch benutz ich nicht! Ach wie froh ist man da doch über ein gutes, altes Tempotaschenruch.

Also stiegen wir in den uns vorgegebenen Bus aus dem indische Musik schallte und alle Arten, die es an verschiedenen Menschen gibt, eingestiegen sind. Wir saßen Mitten unter Indern, Chinesen, Malyen in einem sehr klapprigen, dröhnenden, jedoch mit Aircon ausgestatteten Bus und ab ging die Expressfahrt über die Autobahn. Was ich so aus dem Fenster sehe konnte waren Palmenwälder, sowie an jeder Ecke Nationalflaggen. Denn in Malaysia findet in einer Woche der 50. Nationalfeiertag statt. Die Fahrt ging relativ schnell, da wir fast die ganze zeit über geschlafen und sogar die Pause verpasst hatten. Kaum aus dem Bus raus kam ein Mann an der uns eine Unterkunft anbot: 50RM für ein Doppelzimmer mit Bad, WC und Klimaanlage. Das sind umgerechnet 10€ für uns beide zusammen. Also schnappten wir uns ein Taxi und machten uns auf den Weg nach Chinatown und checkten in die Lodge ein. Da wir bist jetzt kaum etwas gegessen hatten und uns der Magen an den Knien hing, bestellten wir eine Straße weiter einheimisches Essen und Tee. Das alles zusammen für 8 Ringit, sprich nicht mal zwei Euro. Es war sehr lecker und die Menschen sehr freundlich. Zwar würde ich in so einen Laden in Deutschland nie gehen, abgesehen davon, dass dies nicht einmal erlaubt wäre, aber hier ist es normal und man muss sich daran gewöhnen, wenn man nicht verhungern möchte. Aber man kann sich schließlich an fast alles gewöhnen, wenn man sich nur darauf einlässt.

Um wieder frische Kleidung zu haben, gaben wir unsere verschwitzten Sachen in die Reinigung. Auch sehr günstig und sehr ordentlich.
Wir bummelten durch die Straßen und genossen die friedliche Atmosphäre dieser Stadt. Überall kleine Häuschen und Geschäfte, verschiedene Gerüche begleiteten uns durch die Gassen. Mittendrin dann wieder ein Tempel oder ein Gebetsschrein der mit Räucherstäbchen bestückt war. Das ist also Malaysia. Es ist weder mit Deutschland, noch mit Singapur zu vergleichen, ich glaube das ist Asien pur.

 

Wir besuchten ein Teehaus und erfuhren viel über die Geschichte des Tees und durften an einer traditionellen Teezeremonie teilnehmen. Es war sehr interessant und ich habe sogar mitgetrunken, obwohl ich nicht auf dieses heiße Wasser stehe.
Die Zeit verging hier wie im Flug, so dass der Nachtmarkt schon in vollem Gange war. An den ganzen Straßen stehen Verkaufsstände mit Schmuck und anderem Schnickschnack. Auch Essen konnte man sich an jeder Ecke holen, das direkt am Straßenrand zubereitet wird. Aus allen Richtungen tönen Musik und Karaokegesänge in den höchsten Tönen. Einfach nur interessant, zum Staunen und Genießen.

 

Nicht weit davon befindet sich das holländische Viertel, ganz in rot, mit Windmühlen und völlig gegensätzlich zur restlichen Stadt. Man kann also noch eindeutig sehen, dass Melaka Holländische Kolonie war.
Eigentlich schon platt und müde sind wir doch noch in eine Bar mit Livemusik, sprich Alleinunterhalter, auf ein Tiger gegangen, um dann geschafft und mit neuen Eindrücken überhäuft ins Bett zu fallen.

Tag 3 Singapur

Ausgeschlafen sind wir um halb zehn aufgestanden und ich musste meine Strandsachen packen. Juhu! Wir fahren auf Sentosa, eine künstlich angelegte Spaß- und Strandinsel. Zuvor noch eine Stärkung beim Inder um die Ecke und dann ging die Fahrt los mit der Sentosa-Bahn. Entspannte Musik, freundliche Menschen und zum ersten Mal der Blick auf das Meer. Wir machten es uns unter einer einsamen Palme gemütlich und planschten im klaren Wasser. Weicher Sand, fast keine anderen Beachbesucher zu sehen und das erste Mal seit Jahren baden im Meer, das war schön. Wir gönnten uns einen frischen Cocusnussdrink und aßen indisch mit den Händen vom Bananenblatt. Wellness und Gaumenschmaus pur an diesem Nachmittag.

 

Nach unserem Strandaufenthalt strichen wir noch durch die Straßen des Araberviertels und trafen uns dann mit zwei Studenten Iwan und Pingheng an der Habour Front zum Essen. Mit einem „Spaziergang“ im und rund um das Center neigte sich der gemeinsame Abend dem Ende zu und Carsten und ich tranken noch ein Feierabendbier im African.

Tag 2 Singapur

Schnellstmöglich auschecken, das waren meine ersten Gedanken beim aufwachen. Wie eine Furie bin ich aus dem Bett gestiegen, habe mich angezogen, mein Schlafsack eingepackt und raus hier! Ab in unsere neue Unterkunft und da erst mal auf die Toilette (ich musste so dringend) und duschen. Wieder frisch und sauber holten wir uns einen Snack im Supermarkt, dann für mich noch Geld und Carsten zeigte mir die Einkaufsstraße, die Orchad Road. Ein Shoppingcenter am anderen und das eine größer als das andere. Wow. Aber in Einkaufstimmung war ich nicht, denn nach dem Tag gestern und der Nacht war der Kulturschock nun vollkommen.

Mein Guide merkte das schnell und er hat mich dann nach dem Essen in den Botanischen Garten zum relaxen und entspannen entführt. Das war schön und hat mir in meinem Zustand richtig gut getan: Seele baumeln lassen, die Sonne genießen und keine Menschen. Wir spazierten an exotischen Bäumen vorbei, entdeckten verschiedene Früchte, haben die Schwäne im See beobachtet und haben uns dann auf einer umwachsenen Bank niedergelassen. Es passierte, was passieren musste, die Tanja ist mit offenen Augen eingeschlafen. Natürlich gibt es davon genügend Beweisfotos, was auch sonst hätte meine Begleitung in der Zeit tun sollen.

 

Nach einem erholsamen Schlaf in der Natur war ich bereit für den Besuch bei Familie Tan, auch einem Chef von Carsten. Wir wurden zum Abendessen eingeladen und unterhielten uns über die Bedeutung chinesischer Zeichen. Es war sehr interessant in das Leben eines Singapuri einzutauchen und auch Fragen stellen zu können. Sogar fast alles habe ich verstanden, da sie sich sehr bemüht haben deutlich zu sprechen. Es war einfach nett und eine Erfahrung wert.

Aber noch nicht genug der Entspannung, ich wurde in das weltberühmte Raffles Hotel zu einem Singapur Sling in der Longbar eingeladen. Dieser Cocktail wurde genau dort erfunden bzw kreiert oder wie immer man das auch sagt.
Es war ein schöner und entspannter Tag und ich wusste jetzt kann es nur bergauf gehen, denn morgen wartet eine Überraschung auf mich…

Tag 1 Singapur

So es beginnt also mein erster richtiger Tag in Singapur und das schon morgens um acht. Denn wir haben einiges an organisatorischen Dingen zu erledigen, die sehr zeitaufwändig sind. Als erstes mussten wir packen. Für mich nicht ganz so schwierig, denn ich hatte einen Rucksack und alles was ich da raus hab musste einfach wieder rein und fertig. Aber Carsten hatte hier seinen ganzen Hausstand den er irgendwie sortieren und zusammenpacken musste. Was kann hier bleiben, was stell ich bei einem Kollegen unter, was schicke ich mit der Post nach Hause und was nehme ich mit auf die Reise durch Malaysia? Etwa gute zehn Jahre später, zumindest fühlte es sich so an haben wir es dann geschafft und machten uns auf den Weg zur Post um ein Paar Schuhe, erworbene CDs und sonstigen Kram abzuschicken. Dazwischen hatten wir noch einen leckeren Frühstückssnack und haben uns dann auf den Weg nach Little India begeben, denn dort hatte Carsten vor meiner Ankunft ein Zimmer reserviert und wir mussten es noch schaffen vor elf Uhr einzuchecken.

Jetzt stand auf unserem straffen Programmplan ein Essen mit dem Chef Herr Ong. Erstmal wieder auf dem Gelände das richtige Büro finden, tausend Treppen auf und wieder ab steigen, den guten Mann abholen und dann ins Restaurant. Man bedenke bei der ganzen Sache, dass ich erst gestern hier angekommen und noch völlig geplättet bin. Es tut mir leid, ich dachte immer ich könnte mich wenigstens ein bisschen auf Englisch verständigen, aber das hier ist kein Englisch! Ich verstehe kein Wort, habe Angst alles falsch zu machen und habe mich dann für die Variante immer lächeln und winken entschieden. Das Essen war dann sehr lecker und ich habe auch immer mehr an enlischklingenden Wortklumpen verstanden. Carsten hatte sich ein Image als Vielfraß zugelegt und deshalb wurde der ganze Tisch mit Essensplatten zugedeckt um uns Deutschen auch satt zu kriegen. Arg hungrig war ich aber noch nicht, denn durch die Umstellung und den Jetlag war ich einfach noch zu durcheinander. Aber ich kann euch beruhigen Carsten hat alles ganz brav aufgegessen und Herr Ong hat wieder mal gestaunt was in seinen Schützling alles rein geht.
Der nächste Tagespunkt war das Auschecken des Appartements, das für das letzte halbe Jahr das zu Hause für unseren Ausreißer war. Danach folgten das Kennen lernen seiner Arbeitskollegen (alle sehr witzig), die Abgabe des Koffers bei Derrick seinem Lieblingskollegen und Saufkumpanen und das Verteilen der mitgebrachten Gastgeschenke.

Nach diesem aufregenden und anstrengenden hin und her gönnten wir uns erst einmal einen Fruchtdrink aus ganz frisch zubereiteten Früchten. Das war sehr lecker und eigentlich, neben Bier:) das Hauptgetränk während der ganzen Reise. Aber nicht zu lange ausruhen, die Tage sind kurz und wir wollen ja was erleben…

Mit Sack und Pack ging es dann nach Little India, dem indischen Stadtteil Singapurs, wie der Name das schon Verrät, in die Little India Lodge, unserer Unterkunft. Oh mein Gott. Da schlaf ich nicht. Ich will heim. Ich will nicht mehr reisen, ich will nicht mehr hier sein und ganz sicher schlafe ich nicht hier! Mir ist zum heulen zu mute und außerdem ist alles doof. Was uns da erwartet hat und das gleich in der zweiten Nacht: kleines, muffiges Zimmer, in dem nur ein Bett steht und wir nicht wissen wohin mit unseren Rucksäcken, Schimmel an den Wänden, kein Fenster, keine Lüftung und eine vermoderte Dusche in der Ecke. Wir hatten schon bezahlt und es war auch zu spät um sich noch nach was Neuem umzusehen. Aber eines steht fest, wenn ich hier schon schlafen muss, dann allerhöchstens eine Nacht. Also machten wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft für die nächste Nacht und haben auch nicht weit davon entfernt ein „Hotel“ gefunden. Ich habe die Zimmer genaustens inspiziert und von nun an war ich geheilt und jegliche Unterkunft war ein Traum. Also Hotel reserviert für morgen. Das ist natürlich kein Luxus, aber ein Bett in dem ich mir vorstellen kann zu schlafen und eine Dusche die ich auch benutzen würde.

Erleichtert sind wir durch die indischen Märkte gelaufen, aber das war mir nach diesem strapaziösen Tag einfach zu hektisch und so beschlossen wir durch Chinatown zu bummeln, wo es etwas entspannter und ruhiger zuging. Dort haben wir dann auch zu Abend gegessen und ich habe das erste Mal Popiah probiert, eine Art Frühlingsrolle. Diese war sehr lecker und Carsten entführte mich danach noch in eine Markthalle wo es frischgepressten Zuckerrohrsaft zu trinken gab. Wir schlenderten noch an einem schönen und riesigen Tempel vorbei tun tranken zum Abschluss noch Tigerbier an einer Straßenkneipe, um mich etwas zu betäuben, damit ich auch die Nacht überstehe. Bon Nuit!