Heute sind wir um halb zehn aufgestanden, haben uns fertig gemacht und frühstückten beim Inder um die Ecke. Das Frühstück war immer eines der schönsten Sachen, da wir in kleinen indischen Restaurants mit einem Haufen Einheimischer gegessen haben und es zu einem Ritual wurde Pratta und Kakao zu frühstücken. Die Menschen dort sind so offen und freundlich und man fühlt sich willkommen. Ganz stolz sind sie natürlich, wenn du dich in ihren Lebensweisen versuchst und mit den Händen oder Stäbchen isst. Wenn du ihren besonderen Tee oder Kaffee trinkst oder sie dir etwas Spezielles aus ihrer Speisekarte empfehlen dürfen und es dir schmeckt. Es geht ihnen nicht um Geld, sondern darum ihre Kultur zu vermitteln.

Mit dem Taxi ging es dann weiter in den Lake Garden, denn wir wollten Ruderboot fahren und uns einfach auf dem Wasser treiben lassen. Leider hatte die Vermietung gerade für die nächsten zwei Stunden geschlossen. Wir bummelten dann durch den Park, an den kleinen Seen vorbei. Es war sehr heiß. Wie jeden Tag. Man schwitzt so vor sich hin und es ist schon eine leichte Anstrengung durch die Grünanlage zu spazieren. Am Bahnhof angelangt kauften wir uns schöne Postkarten für die Daheimgebliebenen und fuhren dann mit der Monorail, einer Schwebebahn zum Berjaya Times Squere, einem Shoppingcenter. Gigantisch riesig. Das größte Einkaufzentrum das ich je gesehen habe. Geschäft an Geschäft, eine Etage nur mit Essensangeboten und im oberen Teil befand sich eine Achterbahn. Ja eine Achterbahn im Shoppingcenter. Mit offenem Mund standen wir da und staunten. Das passt alles irgendwie gar nicht zusammen, wenn man die Straßenmärkte und kleinen Restaurants mit dem Luxus hier vergleicht. Man könnte sogar vom Boden essen, denn es spiegelte und glänzte, wo man auch hinsah. Nach einem kleinen Snack, Toast mit Kaya, das ist eine Art Marmelade, beschlossen wir ins Kino im 8. Stock zu gehen. Bei uns gibt es Kinokomplexe, die uns schon groß vorkommen, aber hier befindet sich so etwas im selben Gebäude, wie der Vergnügungspark und der Rest. Wir dachten es ist ein gutes Englischtraining und sahen uns Evan almighty mit malaysischen und chinesischen Untertiteln an. Mir war so kalt geworden im Kino, dass ich mich erst einmal wieder draußen aufwärmen musste. Die Klimaanlage ist hier auf den Gefrierpunkt gestellt habe ich das Gefühl. Mit Gänsehaut und Frostbeulen stellten wir uns dann vor das Gebäude. Aber nicht direkt vor die Türe, denn da ist es ebenfalls sehr frisch, wenn sie sich öffnet und ein Schwall Eisluft herausschwappt.
Auf dem Weg zum Abendessen haben wir ein Massagestudio entdeckt und ich habe mir dann eine Fußreflexzonenmassage gegönnt. In einem wohlduftenden und dekorierten Raum im ersten Stock habe ich zuerst ein Fußbad erhalten und wurde dann von einer netten jungen Asiatin geknetet und geklatscht. Es war sehr entspannend und es tat richtig gut, nachdem wir tagtäglich fast rund um die Uhr auf den Beinen sind. Sie stellte dann auch an meinen Füßen fest, dass ich Probleme mit dem Rücken habe. Da wurde es mir dann doch mulmig, was die alles an meinen Füßen erkennt. Auf einer Karte, die beschreibt welcher Punkt für was im Körper zuständig ist, konnte ich dann sehen, dass es für jedes Organ und jede Körperstelle einen Reflexzonenpunkt gibt. Sehr interessant.
Entspannt haben wir dann In Bukit Bintang sehr lecker zu Abend gegessen. Es gab für mich Nanset Vegi, indische Brote mit verschiedenen Gemüsedips, für Carsten Mee Mamuk und dazu frischgepressten Orangensaft und Teh Tarik. Wir bummelten durch die Straßen und Markstände und probierten exotische Früchte. Wir tranken nochmals neue Saftmischungen, wie Karotte-Orange, als es dann wie aus Kübeln angefangen hat zu schütten. Hier kommt der Regen im Sturzflug, als ob man plötzlich eimerweise Wasser auskippt und das ohne Vorwarnung. Es war schön unter einem Vordach zu stehen und es einfach regnen zu lassen. Plötzlich ist die Stadt wie lahm gelegt. Die Menschen begeben sich in Cafes, warten geduldig am Straßenrand oder versuchen schnell noch ein freies Taxi zu ergattern. Nachdem wir eine halbe Stunde gewartet hatten und es immer noch nicht aufgehört hat zu schütten versuchten wir das mit dem Taxi. Aber alle vorbeifahrenden gelben Wagen waren schon „hired“, also besetzt. Nach längerem Warten ergatterten wir uns eines und ließen uns zur Unterkunft bringen.
Wir beschrifteten unsere Postkarte, schrieben Emails an zu Hause und ließen den Abend gemütlich in der Unterkunft ausklingen.